Wird das Bewusstsein des Marketeers von einem 13-P-Marketing-Mix überfordert?

Teil 3 der Serie „Marketing-Mix-Praxis“ von Thomas Matla.

 

In unserem Praxisbuch Trendmarketing stellen wir (Bellone/Matla, Campus 2017) einen von uns neu entwickelten 13-P-Marketing-Mix vor. Er basiert auf den historischen 4-P`s von Edmund Jerome McCarthy (1960). Wir haben ihn um drei P`s aus dem Dienstleistungs-Marketing sowie zusätzlichen sechs neuen P`s ergänzt. Etliche Praxisüberprüfungen zeigten uns seine Wirksamkeit auf. Aus unserer Sicht liegt damit ein Marketing-Werkzeug vor, das für die Herausforderungen unserer Zeit besser geeignet ist, als die bisherigen 4- und 7-P-Marketing-Mixe.

In einer Buchrezension war kürzlich zu lesen: „...so viele Variablen kann das System II, also das Bewusstsein, gar nicht verarbeiten“. Der Rezensent bezog sich dabei auf die Forschungsergebnisse des israelisch-amerikanischen Psychologen und Nobelpreisträgers für Wirtschaft Daniel Kahneman, der den Preis 2002 gemeinsam mit Vernon L. Smith erhielt. Das Buch von Daniel Kahneman sei an dieser Stelle als sehr lesenswert empfohlen (deutsch: „Schnelles Denken, langsames Denken“;  englisch: „Thinking, Fast and Slow“).    

Stellt sich für mich die Frage, wie der Rezensent glaubt, dass heute im Marketing und in der Marketing-Strategie gearbeitet wird. Rein intuitiv und instinktgetrieben?  Sicherlich lassen sich vier Marketingbereiche besser merken, als 13. Das Bewusstsein bevorzugt 5 +/- 2 Dinge gleichzeitig. Schon allein, um den eigenen Energiehaushalt in Grenzen zu halten. Denken strengt an und verbraucht Energie.

Aber ist es nicht so, dass mit einem Werkzeug, und nichts anderes ist der Marketing-Mix, ein hoch spezialisiertes Denkwerkzeug noch dazu, immer einzelne Bereiche bearbeitet – einzelne Schrauben angezogen oder gelöst - werden? Und, dass man sich Werkzeuge nicht in all ihren Bestandteilen merken muss, sondern nur die Art, wie sie anzuwenden sind? Und natürlich den Ort, an dem man sie aufbewahrt, den eigenen Werkzeugkasten.

Genau so haben wir den 13-P-Marketing-Mix konzipiert und in der Praxis erprobt. Genau so, kann er kleinen und mittelständischen Unternehmen helfen, die heutigen und zukünftigen Marketing-Anforderungen schneller zu erkennen und zielgerichteter zu bewältigen.

Damit alle relevanten Aspekte immer wieder bewusst in das Blickfeld gerückt werden und sowohl einzeln, als auch ganzheitlich im Unternehmenszusammenhang bearbeitet werden können. Dafür ist es notwendig nicht nur auf die historischen vier P`s, wie „Product“, „Price“, „Place“ und „Promotion“, zu schauen, sondern eben auch die neuen P`s, wie zum Beispiel „Performance“, „Partnership“ und „Protection“, zu berücksichtigen. So ergeben sich neue und inspirierende Möglichkeiten Marketing realitätsnah und zukunftsweisend zu gestalten. Und das nicht nur im Bereich des Trendmarketing, also der Trenderkennung, -bewertung und –umsetzung, sondern für alle Bereiche der praxisbezognen Marketingarbeit.

Thomas Matla,

Marketing-Berater, Coach und Autor

am 23. Mai 2017

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